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No, I Am Not A Toad, I Am A Turtle!

Regie: Elke Marhöfer    → Biografie anzeigen   
Land: Deutschland, Republik Korea
Jahr: 2012
Synopsis: Der Film „No, I am not a Toad, I am a Turtle!“ ist weder ein ethnografischer, noch erzählerischer Dokumentarfilm oder Essayfilm. Gewiss jedoch ist er ein Film über Fremdartigkeit, über ontologische Diffenrenz und eine erzählerische Kraft, die einer anderen Syntax folgt. Er wurde in Korea gefilmt, das einen spezifischen Ort in „Fernost“ besetzt, gewissermaßen eingekeilt zwischen den Imperien China und Japan. Hauptthemen des Films sind: Eine Pansori-Aufführung (eine Kunstform aus Musik und mündlicher Erzählung), ein Tiger, eine Aswang-(Geister-)Geschichte, ein Eisenwarenhändler und eine Landschaft. Der Fremdartigkeit wurde keine Syntax übergestülpt, kein ontologisches Lachen im Namen der Filmemacherin. Viel mehr wohnt jeder Szene eine Immanenz inne, vor allem da sie keiner erzählerischen Übersetzung oder Kommentar unterworfen wurden und so ihre Rästelhaftigkeit behalten haben. „Korea“ stellt hier kein Außen dar, sondern eine „Trope“ — ein Ort, der zugleich wirklich und imaginiert ist. Verwandelt in eine cinematische Trope besitzt es keinen Flucht- oder Angelpunkt. Es wird zur Trope aus dem, was in den Szenen am stärksten hervorsticht: den Geschichten von Transformation und Metamorphosen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um fantastische oder monströse Verwandlungen, noch erfolgen sie um ihrer selbst Willen. Vielmehr geht es darum, dass jedes Werden sein eigenes Außen hat, eine externe Logik, eine Kraft, die nicht dem entspringt, was sichtbar, benannt oder anderweitig indentifiziert ist, sondern die durch die offen gebliebene Tür dringt, von wo andere Zeitlichkeiten und Wesen die Bühne der Aktualisierung betreten. Sie verwandeln uns ebenso, wie wir sie verwandeln. Ich denke, Elke Marhöfer‘s Film gibt eine andere Antwort auf [Chris] Markers Frage nach der Vereinigung mit den „Dingen“ durch filmische Mittel. Bilder sind nicht zwingend identisch mit dem, was sichtbar ist. Vielmehr hat das Bild ein halbautonomes mimetisches Vermögen, eine lockende und transformierende Kraft, es ist ein durchdringender Knotenpunkt, ein Wesen. In diesem Sinne sind Bilder nie ganz positivierend und objektivierend. (Anselm Franke, 2012, 99)

Technische Angaben

Format: Digital Betacam
Verleihstatus: Ausleihbar
Fassung: OmU
Sprache der Untertitel: Englisch
Laufzeit in Minuten: 51
Farbe: Farbe
Ton: Stereo
Projektionsformat: 4:3
Anzahl Akte: 1