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Galerie Szuper

Serientitel: A-Clip II - Berlin 1998 (Folge 4)
Regie: S. Clausen
Regie: C. Hilt
Regie: P. Kerestej
Land: Deutschland
Jahr: 1998
Synopsis: Berlin 1998. Die Welt ist hoffnungslos überbevölkert und verdreckt. Ein paar Überlebende der Spezies Mensch sitzen im verlassenen Sozialbau auf einem Haufen abgerissener Tapeten und suchen nach Nahrung. Man trägt zu enge Tanktops und zu große Pullover, dazu Birkenstocks und Armbanduhren der Marke Swatch. Was heißt Möglichkeit im Kapitalismus? Quer zu den berühmten Massenszenen aus dem dystopischen Horrormovie „Soylent Green“ schweift die Kamera durch einen sonnenbeschienen Park. Ist die Rentnerin in der blauen Schürze das Abendessen von morgen oder kommt es auf solche Fragen schon gar nicht mehr an?

STAFFEL II (1998) A-Clip produziert und vertreibt politische Kurzfilme. Auf Video hergestellt und auf 35mm kopiert, richten sie sich vor allem an das Kinopublikum. Innerhalb des Werbefilmblocks tauchen einzelne A-Clips als kurze (40-120 sec) politische Statements zu städtischen Geographien, Macht und Konsum auf. A-Clip besichtigt die kapitalistische Stadt, die dabei ist, ihre Ein- und Ausschlüsse ein weiteres Mal zu modernisieren. Die Arbeit am Imaginären der Stadt, an der Denkbarkeit ihrer Nutzung und an den Bildern und Zuschreibungen ihrer BewohnerInnen wird dabei immer wichtiger. Auf der einen Seite werden bereits die Baustellen illuminiert, großflächig Konsum- und Dienstleistungszonen geplant und angelegt, entwickelt für ein spezifisch integrierbares Publikum, das den Status des geschützten Stadtbürgers darin erleben soll - ein identitätsstiftendes Hologramm. Auf der anderen Seite modernisiert die Stadt ihre Ausschlusslinien. Sie errichtet mobile Grenzen in den Strassen, an denen "verdachts-unabhängige" Polizeikontrollen und Platzverweise, als verdächtig gedachte Subjekte sichtbarmachen und mitkonstituieren - ein konstruktiver Filter. Im Umkehrschluss zu dieser Objektwahl der Abweichung baut sich die Gesellschaft die beruhigende Illusion der deutschen Kauf- und Arbeitsgemeinschaft auf. A-Clip möchte Teil einer Bewegung sein, die diese und andere ideologische Effekte durchstreicht, anzieht und anders weiterverscherbelt. Die im Werbebereich vorgegebene Schraube von Identitätsbildern, Life-Style-Images, Wunschproduktion und product placement, ist die Operation, der gegenüber es sich auch auf einer gestalterischen Ebene zu verhalten gilt. Auch wir gehören zu denen, die traurig sind, wenn sie zu spät ins Kino gekommen sind und die Werbung verpasst haben. Deshalb haben wir uns gerade diesen geliebten halbdunklen Ort ausgesucht, an dem die Waren sprechen und der Kapitalismus dabei zu beobachten ist, wie er mit ständigen Imagetransfers den Kitt aus Kaufen und kategorischem Glück herstellt. A-Clip bewegt sich in einem Bereich zwischen künstlerischer Behauptung, kollektiver Praxis, subjektiver Perspektive und politischer Redaktion.

Technische Angaben

Format: 35mm
Verleihstatus: Ausleihbar
Laufzeit in Minuten: 2
Ton: Dolby SR
Bildformat: 1:1,85
Bilder pro Sekunde : 24
Gewicht: 0.4
Anzahl Akte: 1