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A-Clip Staffel I & II

Land: Deutschland
Jahr: 1997
Synopsis: STAFFEL I (1997) Die Innenstadt-Aktionen, die vom 2.-8. Juni 97 stattfinden, werden begleitet von neun, durchschnittlich einminütigen Spots, die in einer Reihe von Kinos zwischen Werbeblock und Hauptfilm laufen. Die A-clips verstehen sich als Kommentar zu derzeitigen Veränderungen in den Innenstädten. Die Produzentinnen der Spots sind in der Hauptsache Gruppen und einzelne Akteurinnen aus linkspolitischem autonomem und kulturellem Feld. Es ist kein Zufall, dass Kino ein bevorzugter Ort unterschiedlicher Öffentlichkeiten ist. Kino ist nicht nur ein Erlebnis auf der Leinwand. In der Verkoppelung von Kommerz und Spielfilmhandlung verdichten sich individuelle und kollektive Wünsche und Sehnsüchte. Wenn Werbung und Vorfilm den Kinosaal in ein Halbdunkel tauchen, entsteht eine Atmosphäre der Kommunikation: Meinungen zu einzelnen Spots werden sehr viel deutlicher geäußert als während des Hauptfilms. Hier schließen die A-Clips an, insofern sie Aspekte urbanen Lebens zur Diskussion stellen, die aus der herrschenden Bilderproduktion herausfallen. STAFFEL II (1998) A-Clip produziert und vertreibt politische Kurzfilme. Auf Video hergestellt und auf 35mm kopiert, richten sie sich vor allem an das Kinopublikum. Innerhalb des Werbefilmblocks tauchen einzelne A-Clips als kurze (40-120 sec) politische Statements zu städtischen Geographien, Macht und Konsum auf. A-Clip besichtigt die kapitalistische Stadt, die dabei ist, ihre Ein- und Ausschlüsse ein weiteres Mal zu modernisieren. Die Arbeit am Imaginären der Stadt, an der Denkbarkeit ihrer Nutzung und an den Bildern und Zuschreibungen ihrer BewohnerInnen wird dabei immer wichtiger. Auf der einen Seite werden bereits die Baustellen illuminiert, großflächig Konsum- und Dienstleistungszonen geplant und angelegt, entwickelt für ein spezifisch integrierbares Publikum, das den Status des geschützten Stadtbürgers darin erleben soll - ein identitätsstiftendes Hologramm. Auf der anderen Seite modernisiert die Stadt ihre Ausschlusslinien. Sie errichtet mobile Grenzen in den Strassen, an denen "verdachts-unabhängige" Polizeikontrollen und Platzverweise, als verdächtig gedachte Subjekte sichtbarmachen und mitkonstituieren - ein konstruktiver Filter. Im Umkehrschluss zu dieser Objektwahl der Abweichung baut sich die Gesellschaft die beruhigende Illusion der deutschen Kauf- und Arbeitsgemeinschaft auf. A-Clip möchte Teil einer Bewegung sein, die diese und andere ideologische Effekte durchstreicht, anzieht und anders weiterverscherbelt. Die im Werbebereich vorgegebene Schraube von Identitätsbildern, Life-Style-Images, Wunschproduktion und product placement, ist die Operation, der gegenüber es sich auch auf einer gestalterischen Ebene zu verhalten gilt. Auch wir gehören zu denen, die traurig sind, wenn sie zu spät ins Kino gekommen sind und die Werbung verpasst haben. Deshalb haben wir uns gerade diesen geliebten halbdunklen Ort ausgesucht, an dem die Waren sprechen und der Kapitalismus dabei zu beobachten ist, wie er mit ständigen Imagetransfers den Kitt aus Kaufen und kategorischem Glück herstellt. A-Clip bewegt sich in einem Bereich zwischen künstlerischer Behauptung, kollektiver Praxis, subjektiver Perspektive und politischer Redaktion.

Technische Angaben

Format: 35mm
Verleihstatus: Ausleihbar
Laufzeit in Minuten: 40
Ton: Dolby SR
Bildformat: 1:1,85
Bilder pro Sekunde : 24
Gewicht: 8
Anzahl Akte: 2