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In This Life's Body

Regie: Corinne Cantrill    → Biografie anzeigen   
Land: Australien
Jahr: 1984
Synopsis: Die bildliche Umsetzung des Lebens einer Frau vermittelt durch Hunderte von Fotografien zufälliger Herkunft, die eine willkürliche Geschichte erzählen.

Eine Autobiografie von Corinne Cantrill bis zur Mitte des Jahres 1984 - basierend auf Hunderten Fotographien von ihr, von ihrer Familie und von Freunden und auf einigen Filmen aus den jüngsten Jahren. Viele Genres der Fotografie sind in dem Film vertreten — Schnappschüsse, Studioportraits, Schulfotos, Aufnahmen mit versteckter Kamera und Straßenfotos, Studioaufnahmen von anspruchsvollen Amateuren, Pressefotos und Arbeiten anderer professioneller Fotografen, Bilder aus Filmen und Selbstportrais im Spiegel. Die Geschichte, die erzählt wird, ist geformt von der Existenz und dem Überleben einzelner Fotografien.

„Der Film besteht gänzlich aus Fotografien, die Momente des Lebens einer Frau dokumentieren, und während der Betrachtung dieser Augenblicke (sie reichen von der Geburt der Frau bis zur Gegenwart) hört man die Stimme der Frau; man hört, wie sie sich dieser Augenblicke mit einer Mischung aus Freude, Bedauern, Kontemplation und Resignation erinnert. Sich selbst als Baby kann sich die fragliche Frau nur über ihr fotografisches Abbild aus dieser Zeit nähern, doch da diese Bilder meist für den Zweck der Repräsentation von Familienharmonie inszeniert und arrangiert werden, erweisen sie sich als frag- und befragungswürdige 'Erzähler'. Der Film ist die schmerzliche Dokumentation des Doppelten, das die Erinnerung angesichts dieser Fotos erfasst hat: einerseits von einer Ungewissheit geplagt zu werden bezüglich der Phasen der eigenen Entwicklung, die vor oder zwischen der Erinnerung liegen, und andererseits bestimmte Momente des eigenen Lebens einfach 'nach-erleben' zu können. Das Leben dieser Frau ist ereignisreich: In jungen Jahren reist sie von Australien nach Europa, lebt dort mit verschiedenen Männern (was auch heißt, dass sie die Verwicklungen der Liebe und des Zusammenlebens erkundet), kehrt irgendwann nach Australien zurück und bekommt dort Kinder. Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Bilder gleicht einem Katalog fotografischer Genres: Studio-Porträts, Fotos,die in Straßen 'geschossen' wurden und viele hervorragende Aufnahmen von Paris, Rom und Kopenhagen. Es gibt sogar Bilder von ihrem Einsatz bei den Jugendbrigaden Titos. Dort, wo Fotos fehlen, erscheint das Netzwerk der Zeit porös, so als gäbe es zwischen den Material gewordenen Erinnerungen noch ein anderes Leben, das sich hier nicht erschließt. Diese Lebensgeschichte wird aus der Perspektive des Todes erzählt, nicht eines physischen Todes, sondern eines imaginären Punktes in der Zeit, von dem aus das Leben wie eine Chronologie aussieht und so etwas wie Kontinuität und Ordnung aufscheint, eine Geschichte, die zwar leicht zurückverfolgt werden kann, aber doch unberührbar bleibt.“ (Vikky Riley, Melbourne Times, 16. 5. 1984)
Sprache: Englisch
Schlagworte: Experimentalfilm

Technische Angaben

Format: Datei
Verleihstatus: Ausleihbar
Fassung: OF
Auflösung: 720x576
Größe: 11,6 GB
Container: MPEG-4
Laufzeit in Minuten: 147
Farbe: S/W
Ton: Stereo
Bildformat: 1:1,33
Bilder pro Sekunde : 25