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Who does the Earth Think It Is? (Becoming Fire)

Regie: Elke Marhöfer    → Biografie anzeigen   
Land: Japan
Jahr: 2020
Synopsis: Der Film beginnt, meinem Hund folgend, in einem verkohlten Obstgarten auf Sizilien nach einem Flächenbrand. Wie stets in den Sommermonaten entzünden sich Feuer - nicht nur von selbst. Aus meiner Kindheit erinnere ich mich, wie mein Vater mit anderen Bauern über den besten Zeitpunkt für das Abbrennen der Felder nach der Ernte sprach. Sie warteten auf einen guten Wind, die richtige Luftfeuchtigkeit und achteten darauf, dass das Feuer nicht auf andere Felder überging. Plötzlich jedoch wurden diese Feuer verboten. Bis Ende der 1980er Jahre, war die von den Landwirten angewandte Technik vollständig aus der westdeutschen Landschaft verschwunden. In Japan wird Feuer häufig noch für alltägliche und spirituelle Praktiken eingesetzt, aber auch dort hat der exzessive Einsatz fossiler Brennstoffe die Mehrzahl der Feuerpraktiken ersetzt. Eine Entwicklung, die zu einer tiefen ökologischen Krise geführt hat. Um deren Auswirkungen abzuschwächen erscheint es naheliegend, sich auf Quellen zu konzentrieren, die in der Vergangenheit Bestand hatten. Die Herstellung von Holzkohle und Brandrodungswanderfeldbau können als Beispiele für nachhaltige Praktiken mit weitreichendem Wissen gesehen werden, die viel über heutige Umweltprobleme aussagen können. Um Brandrodungswanderfeldbau (oder Yakihata) besser zu verstehen habe ich mich einem Experiment in der Region Yogo angeschlossen. Ein Projekt, das gemeinsam von Ökologen und Landwirten initiiert wurde. Um Brandrodungsfelder zu erzeugen, werden Parzellen von Gebirgswäldern abgeholzt und verbrannt. Dieses Verfahren setzt anorganische Mineralien frei, die für das Pflanzenwachstum von Vorteil sind. Weder bewässert noch gedüngt, werden die Felder einige Jahre kultiviert und dann wieder ruhen gelassen. Die Wurzeln der Bäume und Sträucher bleiben erhalten, wachsen nach und neue Pflanzen- und Tierarten ziehen in die Parzellen ein. Durch die Schaffung eines Flickwerks kleiner ökologischer “Störungen” stimuliert Yakihata die Artenvielfalt. Brandrodung galt jahrelang minderwertiger als die kapitalintensive Landwirtschaft auf der Basis von Chemikalien und Maschinen. In letzter Zeit verschiebt sich diese Sichtweise und es zeigt sich, dass Brandrodungswanderfeldbau eine hoch entwickelte landwirtschaftliche Praxis sein kann, die die Umwelt unterstützt und gesunde Nahrung ohne Rückstände erzeugt. Japan blickt zurück auf eine schwindende, aber immer noch hochgeschätzte Praxis der Holzkohleherstellung. Die Leichtigkeit der Produktion und die langfristige Konservierung von Energie haben Holzkohle in der Vergangenheit attraktiv gemacht. Um mehr über die Herstellung und den Kohlenstoffkreislauf, sowie Niederwälder und Stockausschlag zu erfahren, besuchte ich zwei Köhler, Yoshioka Tokuo und Yano Takeshi in einem Bergdorf in der Präfektur Kyotango. In Japan werden Eiche und Buche häufig zur Herstellung von Holzkohle verwendet, sie sind beliebt, weil sie gleichmäßig brennen und weil die Bäume nach dem Fällen nicht sterben. Anstelle eines einzigen Stammes, wachsen vom Baumstumpf neue Triebe nach. Die Triebe brauchen keine Pflege, und werden nach einigen Jahren wieder geerntet. Diese Niederwälder, wenn sie in Rotation ausgeführt werden, sorgen für eine Vielfalt verschiedener Pflanzen und unterstützen ein kollektives Überleben von Mensch und Nichtmenschen. Der Film ist Teil eines internationalen Post-Docs an der Graduiertenschule für globale Umweltstudien der Universität Kyoto. Zusätzliche Unterstützung durch den schwedischen Forschungsrat.
Sprache: Japanisch

Technische Angaben

Format: DCP
Verleihstatus: Ausleihbar
Fassung: OF
Auflösung: 1920x1080
Größe: 71,68 GB
Container: QuickTime
Codec: ProRes (HQ), PCM
Laufzeit in Minuten: 56
Farbe: Farbe
Ton: Mono
Bildformat: 1:1,37
Bilder pro Sekunde : 24