Franzekens Way

Werk


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Florian Zeyfang    → Biografie anzeigen   
Deutschland
2003
Deutsch, Englisch

In „Quote fassbinder Unquote“ werden Textpassagen von Rainer Werner Fassbinder aus dem Zusammenhang seiner Serie „Berlin Alexanderplatz“, von ihm in monumentaler Werktreue verfilmt, von einer Frauenstimme vorgetragen. Die Textpassagen beziehen sich in nicht eindeutig illustrativer Weise auf Nachzeichnungen der beiden wichtigen Charaktere Franz Biberkopf und Reinhold. Die Zeichnungen lassen Unterschiede im Aussehen, jedoch nicht im Ausdruck erkennen, die Art der Zeichnung ist in diesem Fall stark in der Nähe eines Storyboard, der vor der Herstellung eines Films systematisch angelegten Sequenz für eine Szene zu konstruierender Bildaufbauten. Hier allerdings handelt es sich um ein nachträgliches Storyboard, das zunächst nur aus Totalen, dann aus immer abstrakteren Zeichengebilden besteht, kombiniert mit zeichnungsähnlichen Gegenlichtbildern einer Spinne im Liniengefüge ihres Netzes, die um schwarzweiße Skizzen und Fotos des Filmsets von Harry Baer und Fassbinder herum gruppiert werden.
Das Zitat bezeichnet einen reinen Schwebezustand zwischen Menschen – und im Zusammenspiel mit den Bildern erscheint es bald, als sei diese analytische Beschreibung auch auf die Bilder des gezeichneten Films zu übertragen, als die Skizze eines utopischen Idealzustands zwischen Konkretion und Abstraktion: „What goes on between Franz and Reinhold by no means concerns a sexual relation between two people of the same sex; no: it is no more and no less than pure love, unendangered by anything social. That is: this is how it ought to be. But since, of course, both of them are social creatures, they’re incapable of understanding this love, accepting it. They cannot simply submit to being rich and made happy by a kind of love that is, in any event, extremely rare among human beings (...) a love which does not lead to visible results, a love that cannot be mediated, cannot be exploited, and therefore, cannot be made useful. (...)"
(Aus: Clemens Krümmel, "Film and Drawing on a Tape of Florian Zeyfang", in: Fokussy. Florian Zeyfang, Berlin 2004)