Citizens of the Cosmos
Werk
Citizens of the Cosmos basiert auf dem 1922 von Alexander Svjagotor verfassten Biokosmistischen Manifest. Der Film wurde in Tokio und Kiew in Zusammenarbeit mit Laiendarsteller*innen, Freiwilligen und Kompars*innen gedreht, die Musik ist von Alva Noto. Er zeigt eine imaginäre Gemeinschaft, die im Alltag des heutigen Japans die historischen Ziele des russischen Kosmismus – Immortalismus, Auferstehung der Toten und Interplanetarismus – formuliert. In Schreinen, Friedhöfen, einem Krematorium, Tatami-Räumen, einem Bambuswald, einem Gaswerk und auf Straßen, die wie eine Freiluftbühne genutzt werden, entfaltet sich eine Sequenz traumartiger Tableaus, in denen nach und nach der Text des Manifests rezitiert wird. Die Szenen umfassen Verjüngungen durch Bluttransfusionen, Begräbnisprozessionen, den Danse Macabre, die Zeremonie des „Knochenaufhebens“ in der Feuerbestattung (骨上げ), Versuche der Kommunikation mit den Toten mittels Stethoskop und ein Theremin-Orchesterkonzert. Citizens of the Cosmos ist ein Experiment der Verfremdung: außerhalb der Sphäre der russischen Sprache, Geografie, Tradition und Kultur wird die Universalität, die der Prämisse des Kosmismus implizit ist, einem spekulativen Test unterzogen.